Afrika - Ghana
Reisebericht Oktober/November 2008

Im Grunde hatte ich das Thema Afrika mit meinen schlechten
Erfahrungen schon längst begraben. Da rief mich eines Tages eine nette Stimme
an, die meine Telefonnummer über einen Internetartikel auf meiner Seite
herausgefunden hatte. Dort stand ein Bericht über den Senegal.
Linda Owusu, brauchte dringend Seperatorenfleisch für einen Fabrikanten in Ghana, der die
Hafenarbeiter mit dieser wirklich minderen Qualität versorgt. Ich sagte der
Dame, dass ich mich darum kümmern könnte, aber es wäre nicht mein Bereich.
Nach etlichen Telefonaten in Deutschland besorgte mir ein
Fleischhändler eine Adresse in Holland. Dieser Lieferant war bereit die 38 to
zu liefern.
So setzte ich mich mit Frau Owusu
in Verbindung, erklärte ihr, dass es keine Probleme geben wird das Seperatorenfleisch zu bekommen.
Um die Lieferung schnell abwickeln zu können, forderte ich
von ihr, sie möge doch ihrem Auftraggeber in Afrika mitteilen, dass das Geld in
Vorkasse auf ein Konto von mir, welches anwaltlich abgesichert wäre, zu zahlen.
Darauf hin bekam ich die Antwort, dass dieser Produzent ganz
Ghana mit diesem Fleisch beliefern würde, das wäre doch Vertrauen genug. Ich
blieb - auf meine Afrikaerfahrungen zurückblickend, stur. Entweder Geld und Ware oder kein Geld und keine Ware.
Das Letztere war das Ende des Verkaufsgesprächs. Aber der telefonische Kontakt zu Linda Owusu blieb weiterhin bestehen.
Es wurde über die Siams, die Jugendarbeitslosigkeit, die
Armut und über deren Beseitigung im kleinen Rahmen gesprochen. All diese
Themen, die mich zu Zeiten der Bootspeople, die vom
Senegal nach Europa wollten, tief beschäftigt hatten. Nun standen die gleichen
Problematiken wieder im Vordergrund. Um eine Hilfe zu starten, ist ja ganz viel
Material auf meinem landwirtschaftlichen Betrieb vorhanden.
Meine Schwerpunkte zur Förderung Jugendlicher liegen in der
Landwirtschaft und in mehreren handwerklichen Bereichen und vor allen Dingen in
der Improvisation. Meine Gedanken explodierten. So bat ich eines Tages Linda um
ein Kennenlernen auf meinem Betrieb in Lietzow. Irgendwann Anfang September 2008 fand nach mehreren vergeblichen Anläufen dieses Treffen statt.
Lindas Problem war, dass das Navigationsgerät im Auto die
Hamburger Str. nur in Nauen fand, da zwischenzeitlich eine Umbenennung der
Straßen stattgefunden hatte. Das war eine kleine Irrfahrt für Ausländer. Als
Linda und ihr Onkel dann doch auf meinem Hof angekommen waren, war das
Zusammentreffen sehr herzlich. Mir kam es vor, als würde man sich schon eine
Ewigkeit kennen. Nach ca. 2 Stunden verabschiedeten sich die beiden und fuhren
zurück nach Oberhausen. Es war ein nettes sich Kennenlernen.
Nach ca. 2 Wochen meldete Linda sich wieder und erzählte, dass sie und ihre Mutter nach Ghana fliegen würden.